Brandbegrenzungsdecken / Löschdecken
Brandbegrenzungsdecken – auch als Löschdecken für Lithium-Ionen-Batterien bekannt – sind eine zentrale Maßnahme zur Eindämmung von Batterie- und Fahrzeugbränden. Anders als klassische Löschmittel dienen sie vor allem dazu, Flammen, Hitze und Rauchentwicklung zu kontrollieren und eine Brandausbreitung zu verhindern.
Gerade bei Elektrofahrzeugen und Hochvoltbatterien stellen sie eine wichtige Ergänzung im Brandschutz dar. Im folgenden Fragenbereich finden Sie die wichtigsten Informationen zu Funktion, Normen wie der DIN SPEC 91489, Auswahl, Größe, Temperaturbeständigkeit und Wiederverwendbarkeit.
Leider nein. Speziell Brände von Lithium-Ionen-Batterien sind chemische Brände, die sauerstoffunhabhängig sind. Sie brennen selbst dann weiter, wenn ihnen der Sauerstoff entzogen wird oder man versucht, sie herkömmlich mit Wasser zu löschen.
Die Feuerwehr setzt dennoch Wasser ein, um die brennende Batterie zu kühlen. Selbst nach Stunden kann sich ein Akku wieder selbst entzünden.
Hier helfen nur ein kontrolliertes Abbrennen und eine Brandbegrenzung, damit aufgrund der hohen Temperaturen oder austretender Flammen der Brand nicht auf die Umgebung übergreifen kann.
Der Name ""Löschdecke"" ist zwar landläufig, aber irreführend. Diese speziellen, hochtemperaturbeständigen Decken löschen keinen Akku- oder Batteriebrand. Was auf dem Grill noch funktioniert, geht bei Lithiumakkus nicht.
Bei Brandbegrenzungsdecken ist der Name Programm: sie begrenzen den Brand und somit auch den Schaden und geben Zeit, die örtliche Feuerwehr zu alarmieren, die über weitere Brandbekämpfungsmaßnahmen entscheidet.
Mehr zu diesem Thema in unseren Blogartikeln:
https://www.lion-care.com/aktuelles/blog/brandbekaempfungsstrategien-fuer-elektrofahrzeuge
https://www.lion-care.com/aktuelles/blog/akku-braende-bekaempfen-kuehlen-kontrollieren-oder-abwarten
Die deutsche DIN SPEC 91489 schafft Klarheit für Interessengruppen in verschiedenen Branchen.
Die DIN SPEC 91489 enthält mehrere Anforderungen für Brandbegrenzungsdecken, die wichtigsten sind im Folgenden aufgelistet:
- Allgemeine Anforderungen
Eigenschaften wie Schlaufen, Größe der Decke, Lagerung usw. werden erwähnt. - Thermische Beständigkeit
Die DIN SPEC erfordert eine minimale ISO13591-1-Klassifizierung B. Die Fire Isolator-Löschdecken haben jedoch eine höhere (die höchste) Klassifizierung: A1. - Mechanische Stabilität
Widerstand gegen Schneiden, Stabilität der Schlaufen usw. - Elektrostatische Ladung
- Schutz vor elektrischem Schlag
- Chemische Beständigkeit
- Kennzeichnungen
- Herstellerinformationen
- Mindestinhalt des Prüfberichts
Im Falle eines Batteriebrandes verschafft eine solche Decke wertvolle Zeit, um die Feuerwehr zu alarmieren und das Übergreifen der Flammen zu verhindern. Dies trifft für alle möglichen Einsatzzwecke zu, sei es ein Handy, ein Laptop, ein E-Scooter, ein Werksroboter oder ein E-Auto.
Diese Frage wird die örtliche Feuerwehr beantworten, denn diese ist immer zu alarmieren und sie leitet weitere Brandbekämpfungsmaßnahmen ein.
Es ist hochgefährlich, ein brennendes E-Auto unter einer solchen Decke ausbrennen zu lassen und zu warten, bis alles vorbei ist. Ein Akkubrand könnte sich tagelang hinziehen und sich immer wieder neu entzünden. Beim Brand entstehen u.a. giftige Gase, die man schnellstmöglich eindämmen muss.
Die richtige Größe der Brandbegrenzungsdecke richtet sich maßgeblich nach dem brennenden Gegenstand und dessen Größe. Ein E-Scooter benötigt eine kleinere Decke als ein E-Auto oder ein Gabelstapler.
Messen Sie grob nach, wie groß die Decke sein muss, damit sie um den Gegenstand herum noch ca. 1-2m glatt auf dem Boden aufliegt. Vergessen Sie die Höhe nicht (z.B. SUV). Nur so kann sichergestellt werden, dass giftige Gase zum Großteil unter der Decke bleiben und dass Flammen keine Chance haben, die Umgebung des Brandherdes in Brand zu stecken.
Hier einige Beispiel für gängige Größen:
KFZ:
Größere Fahrzeuge wie Kombi, SUV, Limousine, Gabelstapler: Die Brandbegrenzungsdecke sollte mindestens 6x8m groß sein (Höhe des Fahrzeugs mit berücksichtigen)
Mittlere Fahrzeuggröße: Die Brandbegrenzungsdecke sollte mindestens 5x6m groß sein
Kleinere Elektrofahrzeuge, z.B. Lagerroboter: Die Brandbegrenzungsdecke sollte mindestens 3x4m groß sein
Geräte Akkus, wie Akkuschrauber, Gartengeräte: Die Brandbegrenzungsdecke sollte mindestens 1,5x1,5m groß sein
Handys und Laptops: Die Brandbegrenzungsdecke sollte mindestens 1,5x1,5m groß sein
Auch materialseitig gibt es Unterschiede. Die Brandbegrenzungsdecken unterscheiden sich z.B. durch die Zusammensetzung, die Materialstärke und die Temperaturbeständigkeit. Dies ist z.B. ausschlaggebend, wenn die Decken direkt auf Batterien, nicht verbaut, wie bspw. in Fahrzeugen eingesetzt werden sollen.
Vergessen Sie bei der Anschaffung nicht das Gewicht der Decken. Eine große Decke wiegt schnell 25-45 kg. Hier gibt es z.B. die Aufbewahrungsmöglichkeit in einem Trolley.
Im Falle eines Brandes und des aktiven Einsatzes der Decke, nein. Wir raten davon dringend ab. Erstens können durch die extremen Temperaturen Schäden am Material entstehen, die von Laien nicht zuverlässig beurteilt werden können und zweitens entstehen bei Bränden giftige Gase, die gesundheitsschädlich sind und sich am Material festsetzen.
Ohne einen Schadensfall kann die Decke immer wieder zum Schutz verwendet werden.
Auch hier ist die Größe und das Brandverhalten des Objekts entscheidend. Ein E-Bike Akku erreicht andere Temperaturen als der Brand eines E-Autos.
Beim Brand eines E-Fahrzeuges treten Temperaturen von bis zu 1.000°C auf - kurzfristig aber auch Spitzen von 1.200°C.
Eine genaue Aussage über die entstehenden Temperaturen und die Branddauer ist, aufgrund des unterschiedlichen Brandverhalten, seriös zu treffen.