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Defekt, Brand und Explosion von Lithium-Ionen-Akkus
Die Konsequenzen aus einer unsachgemĂ€Ăen Lagerung oder einem nicht korrekten Transport sind, wie hier im Detail erlĂ€utert, SchĂ€den am Akku. Je nach GröĂe des Akkus, Typs des Schadens und weiteren Faktoren können daraus unterschiedlich starke Gefahren resultieren â angefangen beim einfachen Defekt ĂŒber schwer zu löschende Akku-BrĂ€nde bis zu heftigen Explosionen, die akute Gefahr fĂŒr die Umgebung darstellen. Ein eigentlicher Vorteil von Li-Ionen-Akkus, die hohe Energiedichte, ist die Ursache fĂŒr die möglichen Gefahren und Risiken, die von ihnen bei falscher Lagerung oder Verwendung ausgehen können.Â
- EingeschrÀnkte FunktionalitÀt von defekten Lithium-Ionen-Akkus
- BrÀnde als Folge von beschÀdigten Lithium-Batterien
- Löschmittel fĂŒr Lithium-Batterie-BrĂ€nde
EingeschrÀnkte FunktionalitÀt von defekten Lithium-Ionen-Akkus
Die fĂŒr die Umgebung am wenigsten gefĂ€hrliche Konsequenz aus der falschen Lagerung oder dem nicht sachgemĂ€Ăen Transport von Lithium-Batterien und Lithium-Ionen-Akkus ist die eingeschrĂ€nkte FunktionalitĂ€t. Durch die Defekte kann es bspw. zu einer eingeschrĂ€nkten KapazitĂ€t kommen, so dass der Akku nur noch weniger Energie speichern kann â die mit dem Akku betriebenen GerĂ€te laufen also nur noch wesentlich kĂŒrzer als mit einer intakten Lithium-Batterie. Im Extremfall kann der Akku auch komplett seinen Dienst verweigern, sodass hier eine entsprechende Entsorgung notwendig wird. Das ist fĂŒr den Nutzer des Akkus entsprechend Ă€rgerlich und mit zum Teil hohen Wiederbeschaffungskosten verbunden. Bei E-Bikes oder Elektroautos macht die Lithium-Batterie einen groĂen Anteil am Gesamtpreis aus, sodass der Ersatz des Akkus hĂ€ufig groĂe Investitionen erfordert.
BrÀnde als Folge von beschÀdigten Lithium-Batterien
Wesentlich gefĂ€hrlicher als eine eingeschrĂ€nkte FunktionalitĂ€t sind BrĂ€nde, die durch defekte Lithium-Batterien ausgelöst werden - ein Grund, warum man die Zellen am besten in speziellen Akku-SicherheitsschrĂ€nken oder LagerbehĂ€ltern / Akkuboxen lagert und warum immer ein entsprechender Feuerlöscher fĂŒr Lithium-Ionen-Akkus griffbereit sein sollte. Zum Beispiel sind hĂ€ufig Bilder von brennenden Smartphones in der Presse zu sehen, die sich zum Teil ohne Ă€uĂerlichen Einfluss gebildet haben und so prinzipiell jederzeit auftreten können. Gleichwohl treten Akku-BrĂ€nde in der Regel in Situationen auf, wenn der Akku unter Stress gesetzt wird, wie beim (Schnell-) Laden, bei mechanischer Belastung oder bei unsachgemĂ€Ăer Lagerung. MikroschĂ€den am Separator können dann in einer Ăberbeanspruchung und zum Brand fĂŒhren. Neben den bekannten Smartphone-BrĂ€nden gibt es aktuell vermehrt Berichte ĂŒber BrĂ€nde in Elektroautos, die nach einem Unfall zum Teil ĂŒber Tage hinweg immer wieder aufflammen können.
Warum geraten Lithium-Batterien in Brand?
In der Regel kommt es infolge einer unsachgemĂ€Ăen Nutzung oder eines mechanischen Defekts zu einem Temperaturanstieg. Bei dieser Erhitzung einer Akkuzelle wird dann der Siedepunkt des Elektrolyts erreicht, dieser verdampft. Damit wird die gesamte Zelle unter einen hohen Druck gesetzt und blĂ€ht sich auf (was auch zur Explosion fĂŒhren kann, s.u.). Bei entsprechender WĂ€rme kann der Elektrolyt auch in Brand geraten, denn diese bestehen normalerweise aus Kohlenwasserstoffen, die Ă€hnlich entzĂŒndlich und brennbar sind wie Benzin. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der sogenannte Thermal Runway einer Lithium-Batterie: Bei einem Defekt kann innerhalb kĂŒrzester Zeit das 6- bis 10-fache der Akku-KapazitĂ€t in Form von thermischer Energie freigesetzt werden. Einzelne defekte Akkuzellen erhitzen dann Nachbarzellen so stark, dass diese ebenfalls zerstört werden und wiederum die Nachbarzellen âansteckenâ. Dies lĂ€sst sich von auĂen nicht unterbrechen, die Folge des Thermal Runways mit Temperaturen von bis zu 600°C ist nicht nur der Zellbrand bzw. der Brand der gesamten Batterie, sondern in der Regel auch die vollstĂ€ndige Zerstörung der Lithium-Batterie.
Tiefenentladung als Ursache
Was im ersten Moment paradox klingt, ist aber ebenfalls eine mögliche Ursache fĂŒr BatteriebrĂ€nde. Ist ein Li-Ionen-Akku zu tief entladen, kann die Tiefentladung zu SchĂ€den in den einzelnen Zellen fĂŒhren, die dann wiederum als Ursache fĂŒr einen Akku-Brand fungieren. In der Regel wird dies zwar durch das Batteriemanagementsystem verhindert, aber eine unsachgemĂ€Ăe Nutzung oder sogar eine Manipulation des Batteriemanagementsystems kann zur Folge haben, dass die Akkus zu weit entladen und damit zur potenziellen Brandursache werden.
Was macht einen Lithium-Akku-Brand so besonders?
Ein Batteriebrand ist aufgrund unterschiedlicher Eigenschaften besonders gefĂ€hrlich. Nicht nur die hohen Temperaturen, auch das mögliche Wiederaufflammen ĂŒber lange ZeitrĂ€ume lassen BatteriebrĂ€nde zur ernsthaften Gefahr werden.
Hohe Temperaturen brennenden Lithium-Batterien
Ein Akku kann ein Vielfaches der normalen KapazitÀt in Form von thermischer Energie beim Defekt abgeben. Wie oben erlÀutert, gibt eine Zelle beim Thermal Runway bis zu 10 mal mehr thermische Energie ab, als ihre normale LadekapazitÀt betrÀgt.
Brennende Akkus von Elektroautos sind besondere Herausforderung
Die Bilder von brennenden Lithium-Ionen-Akkus aus den immer weiter verbreiteten Elektroautos gehen immer wieder durch die Presse und Laien stellen sich hĂ€ufig die Frage, warum diese nicht einfach gelöscht werden können. Die hohe KapazitĂ€t von Batterien in Elektroautos und die entsprechend groĂe Menge an gespeicherter Energie sorgen dafĂŒr, dass die Feuerwehr beim BekĂ€mpfen dieser BrĂ€nde vor besondere Herausforderungen gestellt werden und neben speziellen Löschmitteln fĂŒr AkkubrĂ€nde ebenfalls zu auĂergewöhnlichen MaĂnahmen greifen muss. Auch dazu gibt es immer wieder Bilder, wie komplette Fahrzeuge in wassergefĂŒllte Container versenkt werden, bis der Akku sich so weit abgekĂŒhlt hat, dass keine Gefahr mehr davon ausgeht.
Moderne Batteriemanagement-Systeme sollen BrÀnde verhindern
Bei den oben beschriebenen Problemen, in Brand geratene Akkus zu löschen, gibt es natĂŒrlich ebenso Vorkehrungen, einen Brand von gerade sehr leistungsstarken Lithium-Batterien zu vermeiden. Die Aufgabe moderner Batteriemanagementsysteme ist es daher, die Akkus so zu steuern und im Notfall abzuschalten, sodass es nicht zu einer unkontrollierten Energieentladung und einem Brand kommt.
BrÀnde von Lithium-Batterien bekÀmpfen
Kommt es zum Brand von Lithium-Batterien, mĂŒssen unterschiedliche MaĂnahmen zur BrandbekĂ€mpfung von Lithium-Ionen-Akkus ergriffen werden. Klassische Löschmittel wie Wasser sorgen zwar fĂŒr eine AbkĂŒhlung des Systems, gleichzeitig stehen die elektrischen Systeme hĂ€ufig unter hoher Spannung. So kann es bspw. zu elektrischen SchlĂ€gen fĂŒhren, wenn Wasser eingesetzt wird. Diese Gefahr haben allerdings schon viele Konstrukteure erkannt und hier entsprechende Sicherheitseinrichtungen in die Systeme eingebaut, die die Spannung aus dem kompletten System nehmen, wenn ein Problem erkannt wird. Wie man einzelne Akku-BrĂ€nde am besten bekĂ€mpfen kann, haben wir in speziellen BeitrĂ€gen aufbereitet:
- BrandbekÀmpfung von Lithium-Ionen-Akkus
- Einen E-Bike-Akku Brand löschen
- Einen Akku-Brand im Elektroauto erkennen und löschen
Löschmittel fĂŒr Lithium-Batterie-BrĂ€nde
Aufgrund der sehr speziellen Eigenschaften von Akku-BrĂ€nden sind normale Löschmittel und klassische Feuerlöscher in der Regel nur eingeschrĂ€nkt fĂŒr die Akku-BrandbekĂ€mpfung empfehlenswert. Entsprechend gibt es eine Reihe von Löschmitteln, die von unterschiedlichen Herstellern entwickelt wurden, um Akku-BrĂ€nde bekĂ€mpfen zu können, angefangen bei Feuerlöschern fĂŒr Li-Ionen-Akkus ĂŒber Löschgranulate wie Pyrobubbles bis hin zu Löschdecken fĂŒr Lithium-Batterien.
Feuerlöscher fĂŒr Li-Ionen-Akkus
GerĂ€t ein Akku oder eine Lithium-Batterie in Brand, ist ein passender Feuerlöscher hĂ€ufig das erste Mittel, was zur BandbekĂ€mpfung griffbereit ist. So können erhitzte und und brennende Akkus heruntergekĂŒhlt werden, bei den Lithium-Feuerlöschern von Bavaria mit Lithium-X als Löschmittel legt sich durch die Silizium-PlĂ€ttchen eine robuste Sperrschicht zwischen den brennenden Akku und die Umwelt, so dass SchĂ€den minimiert werden. Zu unterscheiden sind daher generell die beiden Akku-Feuerlöscher, einerseits die Modelle, die primĂ€r den Fokus auf eine KĂŒhlung der Zellen legen (Wasser-Feuerlöscher und Gel-Feuerlöscher) und andererseits die Lithium-Feuerlöscher, die den Akku-Brand wirklich stoppen können.
Löschgranulate wie PyrobubblesŸ, Extover, Vermiculite etc.
Neben Wasser sind zum Löschen von brennenden Lithium-Akkus daher sogenannte Metallbrandpulver geeignet. Diese sind in der Regel aus BlĂ€hglas oder Hohlglas-Granulaten gefertigt und bilden beim Löschen des Akku-Brands eine zĂ€he und undurchlĂ€ssige Schicht, sodass kein weiterer Sauerstoff an die Brandstelle gelangt. Das wird durch ein Aufschmelzen der Granulate erreicht, was wiederum durch die Hitze beim Akku-Brand verursacht wird. Bekannte Beispiele fĂŒr diese Akku-Löschmittel sind PyrobubblesÂź von Genius, aber auch andere Granulate wie Extover oder Vermiculite kommen hier zum Einsatz, die auf einer Ă€hnlichen Funktionsbasis beruhen. Neben der aktiven BrandbekĂ€mpfung von Akku-BrĂ€nden sind die Granulate auch zur Brandvermeidung geeignet, indem sie bspw. in Akku-LagerbehĂ€ltern und Transportboxen fĂŒr Li-Ionen-Akkus zum Einsatz kommen.
Löschdecken zur BekÀmpfung von Akku-BrÀnden
Ăhnlich wie bei dem Einsatz von Löschgranulaten wie PyrobubblesÂź oder den Lithium-Feuerlöschern von Bavaria ist das Ziel beim Einsatz von Löschdecken fĂŒr Li-Ionen-Akkus die Isolation des Brandes. Beim Einsatz wird die Löschdecke ĂŒber den Brandherd gelegt/geworfen, sodass dieser möglichst komplett abgedeckt wird. Je nach Modell können so unterschiedliche Akku-BrĂ€nde eingedĂ€mmt werden, angefangen bei in Brand geratenen E-Bike-Akkus bis zu brennenden Elektroautos. Besonders hĂ€ufig werden die Löschdecken fĂŒr Elektroautos bspw. von Feuerwehren genutzt, um die immer stĂ€rker aufkommenden Elektroautos im Brandfall löschen zu können.