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Brände bei Elektroautos erkennen und löschen

Immer wieder hört man in den Nachrichten von brennenden Elektroautos, insbesondere die Modelle eines bekannten amerikanischen Herstellers haben schon mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. Das liegt aber weniger an der Häufigkeit von brennenden Elektroautos, sondern an den ganz besonderen Hausforderungen, die ein brennendes Elektroauto, vielmehr der darin verbaute Lithium-Ionen-Akku an die Feuerwehr und andere Ersthelfer stellt.

Lithium-Ionen-Akku in E-Autos sind größte Brandgefahr

Im Unterschied zum klassischen Benziner haben reine Elektroautos keinen Treibstoff in Form von Benzin oder Diesel an Bord (Plug-In-Hybride / PHEV im Unterschied dazu schon), so dass bspw. bei einem Unfall sich beim Elektroauto der Treibstoff nicht entzünden kann. Die Gefahr geht beim Elektroauto vom verbauten Akku aus, der gerade bei neueren Modellen zunehmend große Energiemengen speichern kann.

Li-Ionen-Akkus sind prinzipiell gut geschützt

Die in den Elektroautos verbauten Li-Ionen-Akkus sind von den Herstellern in der Regel sehr gut in die Karosserie eingepasst und geschützt verbaut. Zudem sind die einzelnen verkapselt, so dass ein guter Basisschutz für die Akkus in den Autos gegeben ist. Nichtsdestotrotz kann es gerade bei Unfällen zu so starken Krafteinwirkungen kommen, dass einzelne Zellen oder der gesamte Akku-Bereich Schaden nehmen können, die unterschiedliche Konsequenzen, bis hin zum Brand des Elektroautos, haben können.

Wie erkennt man einen möglichen Brand im Elektroauto?

Anders als beim klassischem PKW-Brand zeichnet sich ein brennender Akku im Elektroauto in der Regel nicht direkt durch hochschlagende Flammen aus, sondern beginnt mit einer thermischen Reaktion in den Akku-Zellen. Die Temperatur innerhalb einzelner Zellen steigt, pflanzt sich auf weitere Zellen fort und so entwickeln sich nach und nach steigende Temperaturen und der gefürchtete Thermal Runway setzt ein, bei dem viele (oder alle) Akku-Zellen unkontrolliert thermisch reagieren und in Brand geraten können. Erste Anzeichen für einen sich entwickelnden Brand beim Elektroauto sind:

  • Entweichende Gase aus dem Batterieblock, häufig in Verbindung mit einem Zischen, Pfeifen etc.
  • Rauchentwicklung im Bereich des Batterieblocks
  • Einzelne Stichflammen oder Funken, häufig in Kombination mit entsprechendem Geruch
  • Ansteigen der Temperatur über einen längeren Zeitraum nach dem Unfall

Schwierigkeit zeitliche Distanz zum Unfall

Eine Schwierigkeit beim Akkubrand in Elektroautos kann die zeitliche Distanz zum eigentlichen Unfall sein. Selbst wenn der erste Brand bspw. durch die Feuerwehr gelöscht wurde, geht von einem defekten Akku noch wesentlich länger eine Gefahr aus; zum Teil sogar über Tage hinweg. In Einzelfällen mussten brennende Elektroautos sogar in wassergefüllten Containern versenkt werden, um die langandauernde thermische Reaktion der Li-Ionen-Akkus kontrollieren zu können.

Das Löschen von brennenden Elektroautos

Klassische Löschmittel oder der normale Auto-Feuerlöscher sind zum Löschen von Elektroautos ungeeignet. Sollte es zum Brand von elektrische betriebenen PKW oder LKW kommen, ist ein Einsatz der Feuerwehr unvermeidbar, denn die elektrischen Systeme und die Akkus in den Fahrzeugen bergen signifikante Gefahren für Leib und Leben. Spezielle Akku-Feuerlöscher können hier zwar eine erste Maßnahme sein, aber professionelle Hilfe ist hier unablässig. Entsprechend fokussiert sich das Löschen von Elektroautos auf zwei Bereiche: Das Eindämmen der Brände bzw. den Schutz der Umgebung das Herunterkühlen des Akkus. Während für das Eindämmen der Brände spezielle Löschdecken für Elektroautos bei immer mehr Feuerwehren zum Einsatz kommen, stellt die effiziente und vor allen Dingen langfristige Kühlung des Akkus von E-Autos oder Plug-in-Hybriden nach wie vor eine  große Herausforderung dar. Schlussendlich müssen die defekten Akkus dann noch vom Ort des Brandes zur Entsorgung transportiert werden - eine weitere Schwierigkeit für viele professionelle Brandbekämpfer.

Brände von Elektroautos mit Löschdecken bekämpfen

Löschdecken für Elektroautos sind eine effektive Möglichkeit, brennende Lithium-Ionen-Akkus einzudämmen und so die Gefahren zu minimieren, die von einer in Brand geratenen Lithiumbatterie ausgehen. Die Funktionsweise der Löschdecken ist so einfach, wie genial: Indem die Decken über das brennende oder brandgefährdete Elektroauto ausgebreitet werden, verhindert das brandhemmende Material der Löschdecke eine Ausbreitung des Akkubrands auf die Umgebung. Entsprechend löscht die Löschdecke den Akkubrand auch nicht im eigentlichen Wortsinn, sondern verhindert primär das Übergreifen auf die Umgebung und sorgt dafür, dass das brennende Elektroauto größeren Schaden anrichtet.

Aufflammen und Übergreifen auf Umgebung wird verhindert

Die Brandursache, häufig ein sogenannter Thermal Runway im defekten Li-Ionen-Akku des Elektroautos, kann damit zwar nicht gelöscht werden, aber der Einsatz einer Löschdecke unterbindet das offene Aufflammen und gleichzeitig werden so die Schäden an der Umgebung minimiert. Gleichzeitig wird dem Brand durch die Löschdecke der Sauerstoff entzogen, was zusätzlich einen brandbekämpfenden Effekt hat.

Löschdecken schaffen Zeit für weitere Gegenmaßnahmen

Im Prinzip bietet die Löschdecke eine „sichere“ Umgebung, in der der Akkubrand keinen weiteren Schaden an der Umwelt anrichten kann und man so ausreichend Zeit hat, weitere Gegenmaßnahmen einzuleiten. Bei Elektroautos kann das auch bedeuten, dass diese in sogenannten Löschcontainern verwahrt werden, bis die vom Li-Ionen-Akku ausgehende Gefahr vollständig gebannt ist.

Alternative zur Löschdecke: Akku-Feuerlöscher als schnelle Erstmaßnahme

Ist keine Löschdecke zur Hand, können entstehende Brände von Elektroautos auch sehr rudimentär mit Akku-Feuerlöschern bekämpft werden. Allerdings ist diese Lösung nur sehr limitiert und hat gerade bei leistungsstarken Li-Ionen-Akkus einen eingeschränkten Löscheffekt, kann aber die Zeit bis zum Eintreffen der Feuerwehr überbrücken und größere Konsequenzen vermeiden.

Lithium-X Feuerlöscher sind den reinen Wasser-Feuerlöschern vorzuziehen

Bei den Akku-Feuerlöschern gibt es unterschiedliche Löschmittel, die zum Einsatz kommen - einige Modelle funktionieren mit wasserbasierten Löschmitteln (zum Teil auch mit Zusätzen bzw. mit wasserbasiertem Gel), andere nutzen Lithium-X als Löschmittel. Lithium-X-Feuerlöschern sind gegenüber den Wasser-Löschern wesentlich leistungsstärker, so dass man als Erstmaßnahme zum Löschen von Elektroautos oder Plugin-Hybrid-PKW zu diesen Modellen greifen sollte.  

Langfristige Kühlung der Li-Ionen-Akkus beim Löschen

Durch die enorme thermische Energie in den Lithium-Batterien ist beim Löschen eine langanhaltende Kühlung der Zellen oberstes Gebot – natürlich nachdem alle Sicherheitsabstände und notwendigen Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf die elektrischen Anlagen eingehalten wurden. Sollte das Elektroauto beim Laden in Brand geraten sein – das Aufladen von Akkus ist immer ein kritischer Zeitpunkt, bei dem Gefahren entstehen können – muss natürlich vorher das Ladekabel entfernt werden, um dem Gesamtsystem nicht noch weitere elektrische Energie zuzuführen.

Lagerung von defekten Elektroautos im Wasserbad

Was sich auf den ersten Blick seltsam anhört, wird vielfach praktiziert: Nach dem ersten Löschen und der akuten Brandbekämpfung werden die Elektroautos in speziell präparierten Containern in einem Wasserbad über mehrere Tage gelagert. Dort kann dann die thermische Reaktion des Akkus vollständig gestoppt werden.

Entsorgung von defekten Li-Ionen-Akkus

Nach dem Löschen des Brands muss die Lithiumbatterie aus dem Fahrzeug noch fachgerecht entsorgt werden. Hier sind für den Transport zum Entsorgungsunternehmen entsprechende Akku-Transportbehälter notwendig. Aufgrund der Größe der Akkus und des Zustands (die Akkus gelten als defekt und werden dem Recycling bzw. der Entsorgung zugeführt), können für diesen Zweck nur Transportbehälter der Verpackungsgruppe 1 genutzt werden.

Problemfall: E-Auto-Brände in Tiefgaragen oder Parkhäusern löschen

Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos und Plugin-Hybriden zeigt sich noch ein ganz neues Problem: Wenn die Feuerwehr nicht direkt an ein brennendes Elektroauto heranfahren kann, sind mobile Löschmittel wie Löschdecken von zunehmend großer Bedeutung. In immer mehr Parkhäusern oder Tiefgaragen ist es daher bereits nicht mehr erlaubt Elektroautos dort zu laden oder auch nur zu parken. 

Spezielle Löschdecken für Elektroautos bei Bränden in Tiefgaragen und Parkhäusern

Die mobil verwendbaren Löschdecken für E-Autos bieten bei den sonst sehr schwer zu löschenden E-Auto-Bränden in Tiefgaragen und Parkhäusern eine optimale Möglichkeit, den Brand einzudämmen. Normale Löschfahrzeuge können zum Brandherd in solchen Situationen nicht vorfahren, aber die Löschdecke kann einfach von zwei Feuerwehrleuten zum Elektroauto transportiert und dort über den Brandherd gezogen werden. Unverzüglich wird ein weiteres Ausbreiten des Brandes unterbunden und die größte Gefahr ist gebannt, auch die Gebäudesubstanz wird vom Brand des E-Autos nicht gefährdet. 

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